Räumliche Ausstattung der Schule
Das Schulhaus der Grundschule Bingen-Gaulsheim wurde vor einigen Jahren saniert. Es besteht aus vier Klassenräumen auf zwei Etagen, zwei Fluren, einem kleinen Lehrerzimmer und einem Schulleitungsbüro. In allen Klassenräumen gibt es multimediafähige Computer. Zwei Klassenräume werden derzeit vorwiegend für den Unterricht genutzt, einer dient als Betreuungsraum (Betreuende Grundschule), einer als Musik- und Computerraum. Neue, farbige und höhenverstellbare Schulmöbel stehen in allen Klassenzimmern. Für hyperaktive Kinder wurden bewegliche Stühle angeschafft. Im Kellerraum der Schule befindet sich die Schulküche mit einer Küchenzeile gestiftet durch die Firma AMC. Im 1.Stock gibt es einen kleinen Lehrmittelraum. Die Turnhalle (Mehrzweckhalle) ist neuwertig und hat eine Bühne für Aufführungen. Das Dach der Schule wurde vor wenigen Jahren neu gedeckt. Die Fassade wurde in Terrakotta gestrichen, was dem Gebäude einen beruhigenden, mediterranen Flair verleiht. Im Schulhof stehen zwei große alte Bäumen, ein Kletterturm, zwei Tischtennisplatten und ein Korbballständer. Im kleinen Toilettengebäude auf dem Schulhof befindet sich ein kleiner, zum Schulhof geöffneter Raum für Pausenspielzeug.
Was sind Kombinationsklassen?
Die Schülerzahlen an unserer Schule erinnern an finnische Verhältnisse. Derzeit besuchen 18 Schülerinnen (6 aus Klassenstufe 1, 7 aus Klassenstufe 2, 2 aus Klassenstufe 3 und 3 aus Klassenstufe 4) unsere Schule. Da diese Zahlen es selbstverständlich nicht zulassen vier verschiedene Klassen zu bilden, werden die Kinder seit dem Schuljahr 2008/09 in nur einer Klasse unterrichtet. In den Fächern Deutsch und Sachunterricht erfolgt eine äußere Differenzierung, d. h. der Unterricht findet dann in zwei verschiedenen Gruppen statt, (Gruppe A: Klasse 1 und 2, Gruppe B: Klasse 3 und 4). Die anderen Fächer werden im Klassenverband unterrichtet. In Kombinationsklassen unterscheidet man grundsätzlich zwischen zwei verschiedenen Arten von Unterricht:
Abteilungsunterricht:
Die Schüler einer Klasse werden nach Jahrgängen getrennt, von einem Lehrer gleichzeitig betreut. Der Lehrer unterrichtet abwechselnd einen Schuljahrgang (Abteilung) direkt, während zur selben Zeit die nicht unmittelbar unterrichteten Schüler des anderen Schuljahrgangs selbstständig (still) arbeiten. Jede Abteilung behandelt ein unterschiedliches Thema. Zwischen den Jahrgangsgruppen gibt es so etwas wie „unsichtbare Wände“. Bei bestimmten Tätigkeiten wie Erzählen, Singen... wendet sich der Lehrer an alle Kinder.
Jahrgangsübergreifender Unterricht:
Schüler mehrerer Schuljahrgänge werden gemeinsam zu demselben Thema unterrichtet, auf unterschiedlichem Ausbildungsniveau.
Es gibt drei Varianten:
„Leistungshomogenität“:
Gruppen von Kindern werden gebildet, die bezüglich ihres Leistungsvermögens einigermaßen gleich sind; solche Gruppen setzen sich aus Kindern verschiedener Jahrgänge zusammen. Sie sind nicht starr, haben aber durchaus eine gewisse Stabilität. Leistungshomogene Gruppen kann es schulfachbezogen aber auch schulfachübergreifend geben. Der Lehrer arbeitet abwechselnd ausschließlich mit einer Gruppe, während die anderen Stillarbeit erledigen. Bei bestimmten Tätigkeiten wie Erzählen, Singen... wendet sich der Lehrer an alle Kinder, charakteristisch ist jedoch die Einteilung nach Leistungsgruppen.
„Gewollte Heterogenität“:
Möglichst oft arbeiten Kinder unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Leistungsfähigkeit zusammen. Sie sollen viel voneinander lernen. Während der Lehrer sich einer Gruppe zuwendet, arbeiten die anderen gemeinsam an Aufgaben bzw. Themen. Bei bestimmten Tätigkeiten wie Erzählen, Singen... wendet sich der Lehrer an alle Kinder, charakteristisch ist jedoch die Einteilung nach altersgemischten Gruppen, die ihr Lernen so weit wie möglich „in die eigene Hand nehmen“ sollen.
„Betonte Individualisierung“:
Der Lehrer versucht, jedes Kind auf seinen eigenen, individuellen Lernweg zu schicken, mit ihm einen Lernplan zu entwickeln, der für es „passt“. Es kommt vor, dass mehrere Kinder dieselben Aufgaben bearbeiten, auch zur selben Zeit. Bei bestimmten Tätigkeiten wie Erzählen, Singen... wendet sich der Lehrer an alle Kinder, charakteristisch ist jedoch die Arbeit nach individuellen Plänen für jedes Kind.
Welche Vorteile bringen Kombinationsklassen mit sich?
- Stärkere Erziehung zur Selbstständigkeit und Eigenverantwortung
- Gegenseitiges Helfen: Starke helfen Schwachen, Große helfen Kleinen, Jüngere lernen von älteren Schülern (oder auch mal umgekehrt!)
- Ältere Schüler profitieren vom Helfen, da sie einen Zusammenhang oft erst richtig verstehen oder zumindest vertiefen, wenn sie ihn erklären müssen.
- Erweitertes Spektrum der Beziehungsmöglichkeiten.
- Stabile Klassengemeinschaft, Erstklässer werden in eine bestehende Klassengemeinschaft mit bestehenden Regeln und Ritualen integriert und müssen Sozialstrukturen nicht neu aufbauen.
- Das Lernen ist nach oben hin offen. Schnelle Lerner können mit älteren Kindern zusammenarbeiten.
- Kinder mit Lernschwächen können ohne Frustration mit Schülern niedrigerer Klassenstufen arbeiten, auch nur in einzelnen Fächern. Ein Verbleib in der Klassenstufe für ein weiteres Jahr oder ein Nichtversetzen ist dann nicht erforderlich (soziale Sicherheit), nur dann, wenn am Ende der Grundschul-Zeit die Ziele der Grundschule nicht erreicht wurden.
- Kinder bleiben in einer natürlichen sozialen, familienähnlichen Gemeinschaft. Außerhalb der Schule gibt es nur selten Gemeinschaften in denen alle im gleichem Lebensalter sind.
Immer wiederkehrende Schulereignisse:
- 2 mal jährlich Schulfeiern für die ganze Familie, unterstützt durch Eltern: gemeinsame Weihnachtsfeier mit Theatervorführungen,
- Sommerfest mit darstellendem Spiel oder Projektpräsentationen im jährlichen Wechsel (2003 Römer, 2004 Olympiatag, 2005 Ritter und Burgen, 2008 Früher und Heute, 2009 Mittelalter)
- Einschulungsfeier gestaltet durch die Mitschüler der kombinierten Klasse
- Besuch des 1. Schuljahres durch die Verkehrspolizei: Hinweis auf Gefahren auf dem Schulweg, Spaziergang durch den Stadtteil
- Radfahrprüfung des 4. Schuljahres
- Gemeinsamer Besuch des Martinsumzuges, anschließend Ausgabe der Martinsbrezeln durch den Ortsvereinsring (gestiftet von der Stadt Bingen & den Ortsvereinen)
- Besuch einer spätherbstlichen/vorweihnachtlichen Theatervorführung
- Plätzchenbacken in der Vorweihnachtszeit
- Gemeinsamer Lesewettbewerb mit der Grundschule Bingen-Kempten
- Gemeinsame Gestaltung der Sommer-Bundesjungendspiele an der Grundschule Bingen-Kempten
- Gemeinsames "Gesundes Frühstück" (zubereitet durch Eltern) im Anschluss an die Sommer-Bundesjugendspiele
- Teilnahme des 3. Schuljahres an den Waldjugendspielen, 2-jährliche Teilnahme aufgrund der kombinierten Klassen.
- Besuch des Musikvereins in der Schule (alle 2 Jahre)
- Erste-Hilfe-Kurs (alle 2 Jahre, 3. + 4. Sj.)
- Feuerwehr in der Schule (alle 2 Jahre), Brandschutzübung jährlich
- 1 Autorenlesung pro Schuljahr (2009 Herr Bombelmann, 2010 Uta Kneisel)
- Besuch des Schulzahnarztes 1x jährlich
- Teilnahme des Kollegiums an der Kinderkarnevalssitzung des GCC
- Durchführung eines Einschulungs- bzw. Aschermittwochsgottesdienstes
- Klassenfahrt und Abschlusswandertag (wechselt jährlich) für die Klassenstufe 3 und 4 in den letzten Wochen vor den Sommerferien.